Führerschein Informationen für Österreich

   
Seit 1. März 2006 werden in Österreich nur mehr Scheckkartenführerscheine ausgegeben. Bisherige Führerscheine behalten ihre Gültigkeit. Ein Umtausch ist möglich, jedoch nicht verpflichtend.
 
Der Führerschein ist bei allen Fahrten mitzuführen. Wer bei einer Kontrolle ohne Führerschein angetroffen wird, muss mit einer Geldstrafe rechnen.
Der Führerschein kann in jenem EU-Land erworben werden, wo nachgewiesen wird, dass man sich innerhalb der letzten zwölf Monate während mindestens 185 Tagen aufgehalten hat bzw. wo man beabsichtigt, sich für mindestens 185 Tage aufzuhalten.
 
Für Fahrten in bestimmte Nicht-EWR-Länder wird ein internationaler Führerschein benötigt. Dieser kann bei Autofahrerclubs (z.B. ARBÖ, ÖAMTC ) beantragt werden (Lichtbild wird benötigt). Der internationale Führerschein gilt – allerdings nur in Verbindung mit dem nationalen Führerschein – ein Jahr.
Seit 1. Juli 1996 sind Österreichs Führerscheine EU-Führerscheine, die auch beim Wohnsitzwechsel im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht mehr umgeschrieben werden müssen.
 
Die gegenseitige Anerkennung der Führerscheine innerhalb der EU ist rechtlich durch eine Richtlinie (91/439/EWG . ) des EU-Rates sichergestellt. Diese enthält grundsätzliche Bestimmungen über das Führerscheinwesen.
 
 
Probeführerschein
 
Jeder neue Führerschein (alle Führerscheinklassen, außer Klasse F) ist in den ersten zwei Jahren ein Probeführerschein. Bei L17 dauert die Probezeit jedenfalls bis zum 20. Lebensjahr. Ausgenommen von den Probezeitbestimmungen sind Personen, deren Lenkberechtigung erloschen war (z.B. durch Entziehung oder Befristung). Diese Probezeit wird in den Führerschein nicht eingetragen, außer bei einer Verlängerung der Probezeit.
 
Hinweis: Begeht der Führerscheinbesitzer oder die Führerscheinbesitzerin innerhalb der dritten Probezeit einen neuerlichen Verstoß, wird zur Abklärung der gesundheitlichen Eignung ein amtsärztliches Gutachten samt einer verkehrspsychologischen Untersuchung angeordnet.
 
Junge Führerscheinbesitzer/innen sind berechtigt, unter denselben Bedingungen wie alle anderen Führerscheinbesitzer/innen Kraftfahrzeuge im Ausland zu lenken, unabhängig davon, ob deren Probezeit abgelaufen ist oder nicht.
 
Hinweis: Bei ausländischen Lenkberechtigungen gelten die Probezeitbestimmungen dann, wenn der Hauptwohnsitz  innerhalb von zwei Jahren nach Erteilung nach Österreich verlegt wird. Die Probezeit beträgt dann 2 Jahre ab Erteilung der ausländischen Lenkberechtigung.
 
Achtung:
 
Innerhalb der Probezeit gilt eine Alkoholgrenze von 0,1 Promille (statt 0,5 Promille). Wird innerhalb der Probezeit gegen die 0,1-Promille-Grenze verstoßen oder ein sonstiges Verkehrsstrafdelikt (z.B. Fahrerflucht, Vorrangverletzung, Geschwindigkeitsübertretung) begangen, kann von der Behörde eine Nachschulung angeordnet werden.
 
Mit der Anordnung einer Nachschulung verlängert sich die Probezeit bzw. beginnt eine neue Probezeit von einem Jahr zu laufen, falls zwischen Deliktsetzung und Anordnung der Nachschulung die zweijährige Probezeit abgelaufen ist. Die Verlängerung oder der Neubeginn der einjährigen Probezeit wird in den Führerschein eingetragen.
 
Klassen und Unterklassen der Lenkberechtigung

Führerscheinklassen
Klasse
Beschreibung
Vorstufe
A
  • Leichtmotorräder, das sind Motorräder oder Motorräder mit Beiwagen mit einer Leistung von maximal 25 kW und einem Verhältnis von Leistung/Leergewicht von maximal 0,16 kW/kg
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
A
  • Motorräder
  • Motorräder mit Beiwagen sowie
  • Kraftfahrzeuge mit drei oder vier Rädern, deren Eigenmasse nicht mehr als 400 kg beträgt
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
B
  • Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als acht Plätzen für zu befördernde Personen (außer dem Lenkerplatz) und einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von nicht mehr als 3.500 kg
  • Kraftfahrzeuge mit drei Rädern
  • Motorräder mit einem Hubraum von maximal 125 ccm und einer Motorleistung von maximal 11 kW, wenn der Lenker oder die Lenkerin
    • seit mindestens fünf Jahren ununterbrochen im Besitz einer gültigen Lenkberechtigung für die Klasse B ist,
    • sich nicht mehr in der Probezeit befindet und nachweist, praktischen Unterricht im Lenken von derartigen Motorrädern genommen zu haben und
    • der Code 111 .  in den Führerschein eingetragen ist
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
  • Ziehen eines leichten Anhängers (höchste zulässige Gesamtmasse von maximal 750 kg)
  • Ziehen eines schweren Anhängers (höchste zulässige Gesamtmasse von über 750 kg), wenn
    • die höchste zulässige Gesamtmasse des Anhängers die Eigenmasse des Zugfahrzeuges nicht überschreitet
    • die Summe beider höchstzulässigen Gesamtmassen höchstens 3.500 kg ausmacht
B+E
  • Zugfahrzeuge der Klasse B .  mit Anhängern, die als Kombination nicht mehr von der Klasse B .  umfasst sind
C
  • Kraftfahrzeuge mit nicht mehr als acht Plätzen für zu befördernde Personen (außer dem Lenkerplatz) und mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3.500 kg
  • Sonderkraftfahrzeuge
  • Fahrzeuge der Klasse D .  (wenn keine Fahrgäste befördert werden) innerhalb Österreichs, wenn
    • dem Lenker oder der Lenkerin die Lenkerberechtigung für die Gruppe C nach den Bestimmungen, die vor dem 1. November 1997 in Kraft waren, erteilt wurde oder
    • der Lenker oder die Lenkerin das 21. Lebensjahr vollendet hat und seit mindestens zwei Jahren in Besitz der Lenkberechtigung für die Klasse C .  ist und
    • es sich entweder um Überprüfungs- oder Begutachtungsfahrten zur Feststellung des technischen Zustandes des Fahrzeugs handelt oder dem Entfernen eines Busses aus der Gefahrenzone dient
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
  • Ziehen eines leichten Anhängers (höchste zulässige Gesamtmasse von maximal 750 kg) unter Einhaltung der kraftfahrrechtlichen Bestimmungen
  • Lenkberechtigung für die Unterklasse C1 .  und Klasse F
C+E
  • Zugfahrzeuge der Klasse C .  und alle damit gezogenen Anhänger (unter Einhaltung der kraftfahrrechtlichen Bestimmungen)
  • Lenkberechtigung für die Klasse B+E
  • Lenkberechtigung für die Klasse D+E . , wenn der Lenker oder die Lenkerin die Lenkberechtigung für die Klasse D .  besitzt
C1
  • Unterklasse der Klasse C
  • Kraftfahrzeuge der Klasse C .  mit einer höchsten zulässigen Gesamtmasse von höchstens 7.500 kg (vgl. Code 74 . )
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
  • Ziehen eines leichten Anhängers (höchste zulässige Gesamtmasse von maximal 750 kg) unter Einhaltung der kraftfahrrechtlichen Bestimmungen
  • Lenkberechtigung für die Klasse F
C1+E
  • Zugfahrzeuge der Unterklasse C1 .  und einem Anhänger mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 750 kg, sofern die zulässige Gesamtmasse insgesamt 12.000 kg und die zulässige Gesamtmasse des Anhängers die Leermasse des Zugfahrzeuges nicht übersteigen (vgl. Code 76 . )
  • Lenkberechtigung für die Klasse B+E
D
  • Kraftfahrzeuge mit mehr als acht Plätzen für zu befördernde Personen (außer dem Lenkerplatz)
  • Sonderkraftfahrzeuge
  • Ziehen eines leichten Anhängers (höchste zulässige Gesamtmasse von maximal 750 kg) unter Einhaltung der kraftfahrrechtlichen Bestimmungen
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
D+E
  • Zugfahrzeuge der Klasse D .  und alle damit gezogenen Anhänger (unter Einhaltung der kraftfahrrechtlichen Bestimmungen)
  • Lenkberechtigung für die Klasse B+E
E
  • Kraftfahrzeuge, mit denen andere als leichte Anhänger (höchste zulässige Gesamtmasse von maximal 750 kg) gezogen werden
  • gilt nur in Verbindung mit einer Lenkberechtigung für die betreffende Fahrzeugklasse oder Fahrzeugunterklasse (B+E . , C+E . , C1+E . , D+E . )
F
  • Zugmaschinen/Motorkarren und landwirtschaftliche selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 50 km/h mit allen Anhängern
  • selbstfahrende Arbeitsmaschinen mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 50 km/h, auch mit Anhängern bis 3.500 kg höchste zulässige Gesamtmasse
  • Einachszugmaschinen, die mit einem anderen Kraftfahrzeug oder Gerät so verbunden sind, dass sie mit diesem ein einziges Kraftfahrzeug bilden, das nach seiner Eigenmasse und seiner Bauartgeschwindigkeit einer Zugmaschine mit einer Bauartgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h entspricht
  • Sonderkraftfahrzeuge mit Anhängern bis 3.500 kg höchste zulässige Gesamtmasse
  • alle ein- und mehrspurigen Mopeds sowie Leichtkraftfahrzeuge
 
 
Allgemeines zur Fahrausbildung
 
Hinweis: Die Informationen gelten für jede Führerscheinklasse und auch dann, wenn bereits eine Lenkberechtigung besteht und eine zusätzliche Berechtigung (z.B. Motorrad, Lkw) erworben wird.
 
Es gibt folgende Möglichkeiten, eine Fahrausbildung zu machen:
  • Vollausbildung in einer Fahrschule
  • Vollausbildung in einer Fahrschule in Kombination mit behördlich bewilligten Ausbildungsfahrten (Führerschein mit 17 – vorgezogene Lenkberechtigung der Klasse B . )
  • Mindestschulung in einer Fahrschule in Kombination mit behördlich bewilligten Übungsfahrten (gilt nicht für die Klasse A)
Hinweis: Es ist gesetzlich nicht vorgesehen, dass die theoretische bzw. praktische Ausbildung zum Führerschein gänzlich ohne Fahrschule durchgeführt werden kann.
Voraussetzung:
Die Ausbildung kann bei jeder Fahrschule in Österreich gemacht werden. Dort können Sie auch gleichzeitig den Führerscheinantrag stellen.
Das Verfahren zur Erteilung der Lenkberechtigung wird von der Behörde geführt, in deren Sprengel die besuchte Fahrschule ihren Sitz hat.
 
Achtung: Den Führerschein können Sie in jenem EU-Land machen, in dem Sie nachweisen können, dass Sie sich innerhalb der letzten zwölf Monate während mindestens 185 Tagen (ungefähr ein halbes Jahr) aufgehalten haben bzw. wo Sie beabsichtigen, sich für mindestens 185 Tage aufzuhalten.
 
Lenkberechtigung – Erteilung
 
Den Antrag auf Erteilung einer Lenkberechtigung (Führerscheinantrag) müssen Sie bei einer Fahrschule einreichen. Die Fahrschule kann innerhalb Österreichs frei gewählt werden.
 
Das Verfahren zur Erteilung der Lenkberechtigung wird von der Behörde geführt, in deren Sprengel die besuchte Fahrschule ihren Sitz hat. Im günstigsten Fall erübrigt sich jedoch der Weg zur Behörde.
 
Mit der Ausbildung in der Fahrschule (theoretische und praktische) darf frühestens sechs Monate vor dem Erreichen des für die jeweilige Klasse oder Unterklasse geltenden Mindestalter begonnen werden.
 
Voraussetzungen
  • Verkehrszuverlässigkeit (wird von der Behörde geprüft)
  • Erreichen des jeweiligen Mindestalters 
     
Zuständige Stelle
  • für die Antragstellung: eine Fahrschule Ihrer Wahl
  • für das Verfahren zur Erteilung der Lenkberechtigung: die Führerscheinbehörde, in deren Sprengel die besuchte Fahrschule ihren Sitz ha
 
Vormerksystem
Am 1. Juli 2005 ist das Vormerksystem (Maßnahmen gegen Risikolenker/innen) in Kraft getreten. Es kennt 13 risikobehaftete Vormerkdelikte. Daneben bleiben die so genannten Führerscheinentzugsdelikte und Verwaltungsstrafen bestehen.
Hinweis: Betroffen von dem Vormerksystem sind alle Lenker und Lenkerinnen in Österreich, unabhängig von ihrem Wohnsitz.

 
Bei einer Begehung eines Vormerkdelikts ist Folgendes vorgesehen:
  • 1. Mal: Vormerkung 
  • 2. Mal: Maßnahme
  • 3. Mal: Entzug des Führerscheins für mindestens drei Monate
Hinweis: Die Verwaltungsstrafe (Geldstrafe) ist in jedem Fall zu bezahlen, unabhängig davon, ob es zu einer Vormerkung, Maßnahme oder einem Entzug kommt.
 
Vormerkung
Bei der ersten Begehung eines Vormerkdelikts wird eine Vormerkung im Örtlichen Führerscheinregister für zwei Jahre gemacht. Nach Ablauf dieser Zeit wird, unabhängig von einer weiteren Vormerkung, diese nicht mehr berücksichtigt.
 
Maßnahme
Bei der zweiten Begehung eines Vormerkdelikts innerhalb von zwei Jahren ordnet die Behörde eine geeignete besondere Maßnahme an, beispielsweise:
Teilnahme an Nachschulungen
Perfektionsfahrten
Fahrsicherheitstrainings
Teilnahme an Vorträgen und Seminaren über Ladungssicherheit
 
Achtung: Wird der Aufforderung zur Teilnahme an einer besonderen Maßnahme nicht nachgekommen, wird der Führerschein bis zur Befolgung der Anordnung entzogen.
 
Hinweis: Die Teilnahmekosten trägt der Führerscheinbesitzer bzw. die Führerscheinbesitzerin.
 
Entzug
 
Bei der dritten Begehung eines Vormerkdelikts innerhalb von zwei Jahren wird der Führerschein für mindestens drei Monate entzogen.
Hinweis: Für ausländische Lenker oder Lenkerinnen wird beim dritten Vormerkdelikt ein Fahrverbot in Österreich verhängt.
Achtung: Wird innerhalb dieser zwei Jahre (bei bestehender Vormerkung) ein Führerscheinentzugsdelikt begangen, verlängert sich die gesetzlich vorgesehene Entziehungsdauer für jede im Register enthaltene Vormerkung um zwei Wochen.